Warum ihr die Location technisch prüfen solltet
Eine Location verkauft sich über Fotos, Charme und die Aussicht. Was auf keinem Foto zu sehen ist: der Stromanschluss, die Nachhallzeit unter dem Reetdach und der Absatz im Mietvertrag, der die Musik um Mitternacht beendet. Genau diese drei Punkte entscheiden am Ende, ob der Abend läuft.
Ich besichtige Locations seit über dreißig Jahren mit Technikerbrille. Diese Checkliste ist das, was ich selbst abfrage.
Strom
- Wie viele Steckdosen gibt es im Bereich der Tanzfläche, und auf wie vielen Sicherungskreisen liegen sie?
- Gibt es einen Starkstromanschluss (CEE 16A oder 32A)? Bei größeren Lichtsetups relevant.
- Hängt die Küche auf demselben Kreis? Wenn Kaffeemaschine und Konvektomat auf meiner Sicherung liegen, geht irgendwann beides aus.
- Bei Trauungen im Freien: Gibt es überhaupt Strom am Trauungsort? Wenn nein, brauche ich mein Akku-Setup – kein Generator, kein Kabel über die Wiese.
Akustik
- Wie hoch ist die Decke, und ist sie hart oder gedämmt? Reetdächer und offene Holzbalken sind schön und akustisch anspruchsvoll.
- Gibt es viel Glas, Beton oder Fliesen? Das erzeugt Nachhall, der Sprachverständlichkeit bei Reden kostet.
- Wie ist der Raum geschnitten? Lange schmale Scheunen brauchen ein anderes Boxenkonzept als quadratische Säle.
- Wo sitzen die Gäste, die nicht tanzen? Es sollte einen Bereich geben, in dem man sich ohne Schreien unterhalten kann.
Bei Scheunen und Gutshöfen messe ich die Anlage deshalb über mein Digitalmischpult gezielt auf den Raum ein: EQ, Laufzeit und Lautstärke werden an Decke, Wände und Raumschnitt angepasst. Das Ergebnis: Auf der Tanzfläche ist es laut, an der Bar kann man reden.
Auflagen und Sperrstunde
- Wann ist Musikende? Lasst euch das schriftlich geben, nicht mündlich zusichern.
- Gibt es eine Lärmbegrenzung oder einen Limiter in der Anlage der Location?
- Müssen Türen und Fenster ab einer bestimmten Uhrzeit geschlossen bleiben?
- Gibt es Nachbarn in Hörweite, und hat es dort schon Beschwerden gegeben?
Die Sperrstunde bestimmt euren gesamten Ablauf. Wie sich das auf den Zeitplan auswirkt, steht im Ratgeber zum Ablaufplan.
Aufbau und Logistik
- Ab wann ist der Raum zugänglich? Zwei Stunden vor Gästeankunft sind das Minimum, drei sind komfortabel.
- Wie weit ist die Anfahrt zum Aufbauort? Kies, Treppen und lange Wege kosten Zeit.
- Kann ich am Vorabend aufbauen, wenn tagsüber noch bestuhlt wird?
- Gibt es einen abschließbaren Bereich für Technik in den Pausen?
- Wo darf abgebaut werden, und bis wann muss die Location leer sein?
Außenbereich
- Ist der Sektempfang draußen geplant? Dann braucht es dort Strom oder ein Akku-Setup.
- Gibt es einen Plan B bei Regen, und passt der Plan B akustisch?
- Wie ist der Untergrund? Ein Plattenspieler auf weichem Rasen ist keine gute Idee – für die Vinyl-Bar brauche ich einen stabilen Stand.
Nachfragen, die sich lohnen
Fragt die Location, welche DJs dort regelmäßig arbeiten und ob es Vorgaben zur Technik gibt. Manche Häuser schreiben eigene Anlagen vor. Das ist nicht per se schlecht, ändert aber die Kalkulation – und manchmal die Klangqualität.
Konkrete Locations, die ich kenne und regelmäßig bespiele, findet ihr in der Location-Übersicht. Was mein Setup abdeckt, steht bei den Paketen.
Häufige Fragen
Wie viel Strom braucht ein DJ auf einer Hochzeit?
Für Ton und Grundlicht reichen zwei getrennte Haushaltssicherungen (16A). Bei größeren Lichtkonzepten oder Nebel wird Starkstrom sinnvoll.
Was tun, wenn es am Trauungsort keinen Strom gibt?
Ein Akku-Setup mit Funkmikrofonen löst das ohne Generator und ohne Kabel. Das ist bei mir im Full-Service-Paket enthalten.
Wie erkenne ich eine akustisch schwierige Location?
Klatscht in der leeren Halle einmal laut in die Hände. Hört ihr ein deutliches Nachhallen, muss die Anlage präzise auf den Raum eingemessen werden – über das Digitalmischpult lasst sich das zuverlässig lösen.
Wann sollte ich die Location technisch prüfen?
Vor der Unterschrift. Sperrstunde und Lärmauflagen lassen sich danach nicht mehr verhandeln.
